Brigitta Maria Magdalena Mahr, 75 Jahre alt, entdeckte erst im späteren Lebensalter die Malerei für sich – ein künstlerischer Aufbruch, der durch eine Phase des Burn-outs angestoßen wurde. Zuvor war sie über viele Jahre in unterschiedlichen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen tätig.
Über viele Jahre arbeitete Brigitta Maria Magdalena Mahr in der Glaukomforschung, bevor sie eine mehrjährige Ausbildung zur Yogalehrerin absolvierte. Bereits vor drei Jahrzehnten gründete sie ein Unternehmen für Seminar- und Kongressmanagement und organisierte in diesem Rahmen zahlreiche internationale Tagungen, unter anderem zu den Themen Konflikt- und Friedensmanagement.
Im Jahr 2003 gründete sie die Nichtregierungsorganisation Friendship Across Borders – FAB e. V., die sich der Förderung des Dialogs und der Verständigung zwischen Deutschen, jüdischen Israelis und Palästinensern widmet. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Projekt zu einer aktiven Plattform für interkulturellen Austausch.
Nach 15 intensiven Jahren des Aufbaus und der Leitung dieses Projekts führte die anspruchsvolle Tätigkeit zu einer persönlichen Zäsur – und öffnete zugleich die Tür zur Kunst.
Seit 2017 nimmt die Künstlerin kontinuierlich an Studienseminaren und Workshops der Europäischen Akademie für Bildende Künste (EKA) in Trier teil. Sie absolvierte zunächst ein mehrmonatiges Kompaktstudium und wurde schließlich 2024 in den Studiengang „Malerei“ aufgenommen. Diesen wird sie 2027 mit einem Diplom für Bildende Kunst im Fach Malerei abschließen.
Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit von Brigitta Maria Magdalena Mahr steht das Bild der Frau – verbunden mit der Frage nach dem Wesen, der Identität und der Kraft des Weiblichen.
Ihre Arbeiten sind inspiriert von den Archetypen nach C. G. Jung, insbesondere von der Symbolik der „Großen Mutter“ sowie von der Dynamik zwischen Anima und Animus. Diese Themen finden Ausdruck in ihren Acrylgemälden, Mixed-Media-Arbeiten und Collagen.
Gleichzeitig zieht sich eine besondere Faszination für mathematische Strukturen durch ihr künstlerisches Schaffen. Sie zeigt sich insbesondere in ihren Zeichnungen und Schwarz-Weiß-Arbeiten, in denen geometrische Formen, Ordnungssysteme und Strukturen eine eigenständige Bildsprache entwickeln.
Die künstlerische Arbeit von Brigitta Maria Magdalena Mahr bleibt jedoch nicht auf ein festgelegtes Themenfeld beschränkt. Immer wieder wendet sie sich neuen Inhalten zu und erweitert dadurch kontinuierlich das Spektrum ihres Schaffens.
In ihren jüngsten Arbeiten aus dem Jahr 2026 setzt sich die Künstlerin unter anderem mit der griechischen Mythologie auseinander. Eine Werkserie widmet sich der Figur der Medusa und thematisiert die Sage ihrer Vergewaltigung durch Poseidon. In diesem Zusammenhang entstand auch ein Werk, das Pegasus, das geflügelte Pferd, darstellt, das der Mythologie zufolge aus dem Körper der von Perseus enthaupteten Medusa hervorging.
Eine weitere Gruppe von Arbeiten beschäftigt sich mit Mythen und Symbolen aus religiösen Zusammenhängen. Dazu gehört das Gemälde „Sophia – als heiliges- weibliches Symbol – die sich vom Kreuze befreit“.
Darüber hinaus verbindet B.M.M.M. in jüngster Zeit Malerei und Poesie. Die Verbindung von Schrift und bildender Kunst hat in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. In diesem Zusammenhang steht auch das von Maria Lassnig überlieferte Verständnis, dass „Pinsel und Bleistift zusammengehören“.
In mehreren aktuellen Arbeiten setzt sich die Künstlerin bildnerisch mit Gedichten von Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Rainer Maria Rilke auseinander. Sprache wird dabei nicht lediglich als begleitendes Element eingesetzt, sondern tritt in einen eigenständigen Dialog mit Farbe, Form und Komposition.
Ein weiteres wiederkehrendes Themenfeld ist die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und den Veränderungen unserer natürlichen Lebenswelt. Motive wie Gletscherabbrüche, Ackerflächen und Gewitter werden zum Ausgangspunkt für Arbeiten, die Natur, Veränderung und menschliche Verantwortung thematisieren